„Antarktis – schwindende Schönheit“

26.05.2026 | Ökumenisches Frauenfrühstück in der Pauluskirche

Nunmehr zum sechsten Mal strömten Frauen an diesem sonnigen Samstagmorgen am 18. April zum ökumenischen Frauenfrühstück auf dem Taunusplatz im Stadtteil Waldhof, das stets abwechselnd von katholischer Seite (Franziskushaus) und evangelischer Seite (Paulskirche) federführend ausgerichtet wird. Dieses Mal war das reichhaltig und liebevoll hergerichtete Frühstücksbüfett, das keine Wünsche offenließ, in der Pauluskirche von zehn engagierten Frauen seit den frühen Morgenstunden vorbereitet worden.
 
Zirka 80 Besucherinnen, darunter erstaunlich viele junge Frauen, durften die beiden Verantwortlichen Sonja Wacker (St. Franziskus) und Prädikantin Sabine Seifert (evangelische Gemeinde Waldhof-Luzenberg) begrüßen. Nachdem sich alle Anwesenden gestärkt hatten, lud Kirchenälteste Elke Fischer zu einem spannenden Vortrag über eine beeindruckende Reise in die Antarktis ein, die sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem Schiff der Reederei Hurtigruten im Jahre 2023 unternommen hatte. Die Antarktis ist mit ca. 14 Millionen Quadratkilometer die größte Eiswüste der Welt. Die Reisezeit im Frühling verspricht, dass ein halbes Jahr die Sonne nicht untergeht. Und eben auch in diesen sechs Reisetagen ans Ende der Welt. Die letzten 1000 Kilometer vom Flughafen Ushuaia an der Südküste Argentiniens aus wurden mit dem Kreuz-fahrtschiff, das lobenswerterweise lautlos strombetrieben und mit Dieselgenerator angetrieben wird, zurückgelegt. Doch die Überfahrt sei sehr stürmisch mit zum Teil acht bis zehn Meter hohen Wellen gewesen, so Fischer. Sie vermittelte mit eindrücklichen Bildern und kurzen Videos die atemberaubende Schönheit der eisdominierten Landschaft. Die vereinzelte Begegnung mit Pinguinen und Buckelwalen bei nahezu fehlender Geräuschkulisse unterstrichen die überwältigende Einzigartigkeit dieser Landschaft, die sich durch eine sehr geringe Tiervielfalt und selbstverständlich fehlende Flora auszeichnet. Dafür sei die Vielfalt der Weiß- und Blautöne des Eises und der vorgelagerten Eisberge umso beeindruckender gewesen, so Fischer. Die Landgänge unterlagen strengsten Vorkehr-, Verhaltens- und Hygienemaßnahmen, um jegliche Verschmutzung und Einschleppung von Krankheitskeimen zu vermeiden.  Auch das Fortbewegen der Gruppe beim Landgang im achtsamen Gänsemarsch soll Löcherbildung als Gefahrenquelle für die einheimischen Pinguine verhindern. Aber auch spannende Ausflüge wie eine Kajakfahrt oder eine Zeltübernachtung an Land stand für die wenigen Glücklichen der Auslosung auf dem Plan, zu denen auch die Fischers gehörten.
 
v. l. n. r.: Sonja Wacker, Elke Fischer, Sabine Seifert
Die gezeigten Bilder weckten überraschendes Staunen bei den anwesenden Frauen über die Großartigkeit dieser Landschaft. Und dort vor Ort gewesen zu sein, muss für die Kreuzfahrt-teilnehmer magisch gewesen sein. Doch diese fragile Schönheit ist stark gefährdet, so Fischer.  Die kälteste gemessene Temperatur auf dieser Tour war mit lediglich minus zwei Grad viel zu warm und die drohende Erderwärmung durch vermehrte Umweltverschmutzung, exzessive Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen und persönlicher gedankenloser Lebensstil führt unaufhaltsam dazu, dass die Eiskappen zunehmend schnell schmelzen. Das dadurch drohende Steigen des Meeresspiegels hat jetzt schon verheerende Auswirkungen auf die schon sichtbar verschwindende Lebenswelt der heimischen Tierwelt, aber auch auf die mittelfristige (Fischer sprach von 70 Jahren) Gefahr eines sich stark ändernden Küstenverlauf, auch hier bei uns in Deutschland. Vorträge wie dieser erhöht sicherlich die Sensibilität für die Schönheit eines der letzten unberührten Paradiese dieser Erde und die Dringlichkeit, alles zu tun, um diese zu erhalten. Und das kombiniert mit einem tollen Frühstück. Ein eindrucksvoller Start ins Wochenende.
 
Das nächste leckere Frauenfrühstück mit einem spannenden Vortrag ist auch schon geplant, nämlich am Samstag, 18. Oktober, dann im Franziskussaal.
 
Text u. Fotos: Beate Tilg