Ein bislang unbekannter Mann hat am Montagabend (13. Juli) gegen 18.45 Uhr den rund neun Meter hohen Fahnenmast, an dem eine Regenbogenfahne vor der katholischen Kirche St. Sebastian wehte, abgesägt. Der Mast aus Metall stürzte auf den Marktplatz. Verletzt wurde niemand. Mehrere Zeugen beobachteten den Vorfall. Einer verständigte die Polizei. Pfarrer Lukas Glocker hat inzwischen Strafanzeige erstattet, die Fahne und der beschädigte Mast wurden gesichert.
Die Regenbogenfahne war anlässlich der „Monnem Pride“ und als Zeichen für Vielfalt, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander vor der Marktplatzkirche St. Sebastian gehisst worden. Unter dem Leitgedanken „Liebe tut der Seele gut – Hass schadet der Seele“ hatte sich die Katholische Kirchengemeinde Mannheim in diesem Jahr bereits zum dritten Mal gemeinsam mit der Evangelischen Kirche und weiteren christlichen Initiativen und Akteuren im Rahmen eines ökumenischen Netzwerks an der „Monnem Pride“ beteiligt.
Der leitende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Mannheim Lukas Glocker hatte das Hissen der Regenbogenfahne vor der Marktplatzkirche St. Sebastian bewusst initiiert: „Die Fahne macht sichtbar, dass jedem Mensch, unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion, Aussehen oder Hautfarbe mit Respekt und Achtung begegnet werden soll.“ Das Leitungsteam der Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Pfarrei St. Sebastian Mannheim, erklärt weiter: „Für Christen ist jeder Mensch Geschöpf Gottes und besitzt eine unverlierbare Würde. Regenbogenfahnen vor unseren Kirchen sind daher ein sichtbares Zeichen für eine Haltung, dass allen Menschen mit Respekt und Achtung begegnet wird. Sie steht für die Überzeugung, dass die Würde jedes Menschen – wie sie auch Artikel 1 des Grundgesetzes beschreibt – Grundlage unseres Zusammenlebens ist.
Auch mit unserer Beteiligung an der „Monnem Pride“ haben wir deutlich gemacht, dass wir für Vielfalt, Menschlichkeit und Nächstenliebe einstehen, die der Seele gut tut. Wir sind überzeugt: Hass, Ausgrenzung und Abwertung schaden der Seele und verletzen auch das Miteinander. Unterschiedliche Meinungen, Religionen und Weltanschauungen gehören zu einer vielfältigen Gesellschaft. Sie dürfen jedoch niemals dazu führen, Menschen abzuwerten, einzuschüchtern oder ihnen die gleiche Würde abzusprechen.“ (Bilder: kathma.de)


